Vortrag: „Ist mein Kind schulfähig?“

„Ist mein Kind schulfähig?“ Unter diesem Motto lud die Grundschule Waffenbrunn-Willmering die Eltern der kommenden Schulanfänger aus den beiden Kindergärten in die Schule Willmering zu einem Informationsabend mit der Beratungslehrerin Martha Wachter von der Volksschule Rötz ein. Außerdem stellte erstmals die Studienrätin Carola Böhm die Arbeit in der Diagnose- und Förderklasse der Schule am Regenbogen vor.

Rektor Hans Kraus hieß zunächst die anwesenden Eltern und die beiden Referentinnen sowie Lehrerin Daniela Breu und die Lehramtsanwärterin Miriam Pongratz herzlich willkommen und erläuterte die rechtlichen Vorgaben zur Einschulung. Außerdem zeigte er auf, welche Chancen die Flexible Grundschule an der Willmeringer Schule für die Schulanfänger bietet. Anschließend stellte Beratungslehrerin Martha Wachter die Lernvoraussetzungen für einen gelingenden Schulstart vor und gab den Eltern Anregungen und Tipps für die noch verbleibende Zeit bis zum Schulbeginn im September.

 Aufbauend auf die Frage „Was wollen Kinder in der Schule lernen“ mit ihrer Antwort „Lesen, Schreiben und Rechnen“ erläuterte Martha Wachter viele Aspekte dieser drei Grundfertigkeiten.

So sei im Bereich des Lesens stets das Lautieren der Buchstaben zu beachten; nur so gelinge später der Leselernprozess leicht.

Das Leseinteresse könne durch gutes Elternvorbild, durch Erzählen von Geschichten, durch gemeinsames Anschauen von Bilderbüchern, durch Vorlesen von Geschichten und das Sprechen über sie gefördert werden.

Das spielerische Training des phonologischen Bewusstseins sowohl im nicht-sprachlichen wie im sprachlichen Bereich durch beispielsweise Unterscheiden von Geräuschen, Tonlängen, Tonhöhen, Rhythmen und Reimen ist beim Leselernprozess unabdingbar.

Im Bereich des Schreibens sind neben intakten Sinnesorganen, so Martha Wachter,  die Beherrschung einiger feinmotorische Fertigkeiten gefordert. Dazu zählen der richtige Umgang mit der Schere, die richtige Stifthaltung, das Ausmalen-Können von Flächen, das Einhalten von Begrenzungen, das Nachmalen-Können von Formen sowie ganz allgemein, dass sich ein Kind selber an- und ausziehen kann.

Unterstützend auf diesem Gebiet wirken sich Bewegung, Sport, Basteln, Kneten, Ausschneiden wie Verfolgen und Zielen aus. Aber auch Ordnung ist beim Schreiben gefragt und kann allgemein durch Ordnung in der Spielekiste, im Kinderzimmer wie auch durch einen geregelten Tagesablauf im Elternhaus angebahnt werden.

Im Bereich des Rechnens sollten die Kinder viele diesbezügliche Erfahrungen machen können, ohne dass ‚richtige‘ Rechenaufgaben gelöst werden müssen. Sie sollen wissen, dass sich Dinge vergleichen, ordnen, einteilen, messen und zählen lassen. Auch erste Raumvorstellungen sollten schon gewonnen worden sein.

Gefördert werden kann das mengen- und zahlbezogene Vorwissen durch spielerisches Zählen im Alltag beispielsweise in Abzählreimen, bei Fingerspielen oder in Gesellschaftsspielen, durch das Erfassen von geometrischen Formen wie auch einfach durch die Vermittlung, dass Mathematik im täglichen Leben überall gegenwärtig ist.

Nachdem die Referentin noch kurz die Schulfähigkeit allgemein mit ihrer sozialen, körperlichen, kognitiven und emotionalen Komponente beschrieben hatte, wünschte sie sich von den Eltern der Schulanfänger, dass sie ihren Kindern Zeit geben zum Spielen, zum Trödeln und Zeit zu Tagträumen. Sie rief des Weiteren die Eltern dazu auf, vor den Kindern es stets zu vermeiden, negativ oder gar drohend über die Schule oder über bestimmte Lehrkräfte zu sprechen.

Bei der anschließenden Vorstellung der Arbeit in der Diagnose- und Förderklasse (DiaFö) mit Hilfe zahlreicher Fotos verdeutlichte Studienrätin Carola Böhm , wie intensiv und zielgenau die Experten dieser Schulart die zuvor erläuterten Grundlagen mit vielen spielerischen Methoden schulen, um so jedem Kind den ihm gemäßen Schulerfolg zu ermöglichen zu helfen. Die Pädagoginnen dort können sich genau diese Zeit nehmen, die Frau Wachter als so essentiell für die Einschulung grundlegenden Fähigkeiten herausgestellt hatte. Der Lehrplan entspreche dem der Grundschule, doch durchlaufen die Kinder ihn in einem gemäßigten, ihrem Können entsprechenden Tempo. Ziel der DiaFö sei stets die Rückkehr an die Regelschule.